Wir trafen uns gegen Abend in Lenzkirch auf einem Parkplatz. Es dunkelte schon vor sich hin, bis wir - die Insassen der beiden Autos - uns endlich gefunden hatten. Trotzdem wollten wir noch losmarschieren - auch wenn das Wetter etwas regnerisch war.
Die Wanderung begann in Rötenbach am Bahnhof. Von dort wandert man nur zwei
Straßen weit, bis man den Rötenbach trifft und ihm entlang den
Abstieg in die Schlucht beginnt.
In unserem Fall begann es kurz nach Beginn der Wanderung, ziemlich heftig zu regnen.
Die Laune sank, aber zum Glück entdeckten wir in der Dämmerung eine
Waldarbeiterhütte, in der wir zunächst Unterschlupf suchten.
Weil es erst einmal nicht aufhörte zu regnen und wir nach vierstündiger
Autofahrt Hunger hatten, packten die sieben Leute der Gruppe erst einmal ihre
Fressalien aus und begannen mit dem Kochen. Während Ute, Claus, Peter und
Thomas eher gewichtssparende Instantnahrung dabeihatten, ließen
Chris,
Lothar
und Gabi es sich nicht nehmen, den durch die Kürze der Tour im
Rucksack reichlich vorhandenen Platz mit frischem Essen zu füllen.
Auf dem Menü standen an diesem Abend: Nudeln mit Instantsoße bei
Claus und Ute, Bergsteigernahrung bei Peter und Thomas und grüner Salat,
Puten-Cordon-Bleues und Baguette bei
Lothar, Chris und Gabi. Dazu gab's reichlich
heißen Tee, aus Wasser, das wir mit Chris' neuem Wasserfilter gereinigt
hatten.
Da das Wetter sich nicht besserte, beschlossen wir, in der engen Hütte
zu übernachten. Wie die Ölsardinen klemmten sich sechs Leute
Schulter an Schulter auf den Boden und Thomas legte sich auf die schmale
Sitzbank an der Rückwand.
Der Anblick der Puten-Cordon-Bleues
gibt der Instantfraktion den Rest.
Am nächsten Tag stiegen wir weiter ab bis zur Wutach. Die hatte etwas höheren Wasserstand und
so mußten wir ab und zu durch Wasser, Schlamm oder Gebüsche laufen, um am Flußufer
voranzukommen. Gelegentlich stoßen Seitenbäche zur Wutach und ergießen sich
ein kleinen Wasserfällen in den Fluß.
Der Weg ging weiter, vorbei am Fluß und an felsigen Hängen in schönster
Schwarzwaldlandschaft. In der Dämmerung erreichten wir die Schurhammerhütte,
Ziel unserer heutigen Etappe.
Die Schurhammerhütte, gelegen im letzten Drittel der Schlucht.
Es handelt sich um eine offene Hütte, geeignet, auch größeren
Gruppen Unterschlupf zu bieten. Es gibt sogar eine Schlafkammer unterm Dach, in
die man klettern kann.
Thomas und Peter waren noch fit und gingen Holz für ein Lagerfeuer holen und bekamen es
trotz leichtem Regen zum Brennen. Das Abendessen ließ nicht lange auf sich warten.
Man kochte Nudelsuppe, Reis mit Instantsoße, gebackenen Camenbert und gefüllte
Paprika mit Reis und Pilzen, dazu Glühwein und Tee. Nach einer gemütlichen Runde am
Lagerfeuer gingen alle in der Hütte zu Bett. Chris - der darauf bestand, sein Zelt mitzunehmen -
stellte es aus Prinzip in der Hütte auf und schlief darin.
Ein gemütliches Lagerfeuer vor der Schurhammerhütte. Die Hauptpersonen (von links nach rechts):
Ute, Claus, Thomas, Peter, Chris
(im Hintergrund), Lothar
und Gabi (die die Kamera bedient).
Dieses Bild entstand ab zweiten Abend der Wanderung.
Am dritten Tag ging es weiter über einen engen Felsweg bis in hundert Meter
Höhe über dem Fluß. Der Pfad führte über Klippenkanten, die
Schwindelfreiheit forderten. Ab der Schurhammerhütte beginnt der steile Teil der
Wutachschlucht: hohe Felswände, teilweise unterspüt vom Fluß, bieten ein
grandioses Naturschauspiel. Eben wanderten wir noch am Fluß, und Minuten später befanden
wir uns weit oben über dem Fluß in schwindelndet Höhe.
Der Fluß mußte an einer besonderen Stelle überquert werden: eine provisorisch
reparierte Brücke verlieh dem Übergang besondere Nervenkitzel für die Wanderer.
nach der Überquerung fanden wir die reste der alten Brücke am Ufer.
Abenteuerliche
Brückenkonstruktionen verhelfen den Wandernden über den reißenden Fluß.
Die linke Hälfte der Brücke wurde mitsamt ihrem Pfeiler weggespült. Eine
Holzkonstruktion macht diese Stelle der Schlucht wieder passierbar - mit einem
dreiviertel Meter Höhenunterschied und freischwingenden Brückenenden.
In der Felswand im Hintergrund versickert ein Teil des Wutachwassers in den Kalkfelsen und
kommt einige Kilometer flußabwärts über eine Felsterasse wieder in den
Fluß zurück.
Der Weg strieg weiter an, und wegen Lothars Knieschmweren entschied sich die Gruppe, nicht weiter
entlang der Wutach zu laufen und über die Gutachschlucht zur Bahnlinie zu stoßen,
sondern direkt nach Blumberg zum Bahnhof zu laufen. Dort angekommen, teilte uns eine Bewohnerin
des Bahnhofsgebäudes mit, daß die Züge hier nicht mehr halten.
Ein Telefonat mit der zuständigen Bahndirektion (sonntags!) brachte den Zug zum Halten.
Schließ verdoppelten wir die Insassen des Zuges, wir waren ja zu siebt.
Zurück am Bahnhof in Rötenbach kochten wir auf dem Parkplatz noch einen Tee bei strahlendem Sonnenschein, verabschiedeten uns voneinander und die beiden Fahrzeuge fuhren ihres Weges.