Sonntag, 23.8.92, 8.Tag
Skye: Wanderung Loch na Créitheach nach Elgol
- 3:30 Ich werde von irgendwas wach. Regen und Sturm sind noch
immer am Wüten. Nach einer Weile wundere ich mich über das doch recht laute
Brandungsgeräusch und schaue mal 'raus. Der See ist noch drei Meter weg,
und der Wind jagt beachtliche Wellen auf unser Ufer. Noch etwa ein halber
Meter, und der Wasserspiegel erreicht das Zelt. Ich lege mich wieder hin
und beschließe, mit der ersten Welle, die das Zelt trifft, wach zu
werden.
- 8:00 Das Zelt steht immer noch nicht unter Wasser. Der See ist noch
eineinhalb bis zwei Meter weg. Es regnet, stürmt und ist windstill im
Wechsel. Wir kochen Milch für Müsli, waschen ab, und packen die
Rucksäcke.
- 11:00 Wir entschließen uns, trotz leichten Regens loszugehen. Wir
werfen die Ponchos über und ziehen los, weiter Richtung Elgol. Nach ein bis
zwei Kilometern treffen wir auf das Meer und ein einsames Haus. Dann geht
es noch ein Stück über Moorwiesen, und nun steigt der Pfad die Felsen
hinauf, keinen halben Meter neben dem Abgrund in 30 Metern Höhe über dem
felsigen Strand. Der Pfad ist natürlich schlammig, aber man hat eine ganz
nette Aussicht auf die immerhin 1000 Meter hoch fast direkt am Meer
aufsteigenden Cuillin Mountains, wenngleich auch das Wetter die Sicht etwas
verdirbt. An den Bergen bilden sich Wolken in Massen, die gleich dahinter
abregnen.
- 13:00 Der Pfad windet sich 'runter in ein kleines Tal, welches am Meer
endet - Glen Scaladal. Wir machen Pause am felsigen Strand, betrachten
nochmal das Bergpanorama und unterhalten uns mit zwei Frauen, die die
Strecke in Gegenrichtung laufen.
Der gesamte felsige Strand liegt voll angeschwemmtem Müll, Plastikflaschen,
Polystyrol, Dosen, irgendwelcher Schrott. Und das schon seit
Kilometern.
- 14:00 Wir sind wieder auf den Klippen, weiter in Richtung
Elgol unterwegs. Dort kommen wir so gegen 15:00 an und
müssen die letzten paar hundert Meter auch noch steil den Hang hoch. Der
Ort selbst besteht aus ein paar Häusern, einer Pier mit einer Handvoll
kleiner Schiffe, und einem Restaurant mit Imbiß. Wir futtern beim Imbiß was
(Fish and Chips und Burger) und überlegen anschließend, wo wir heute Nacht
zelten. Wir laufen auf einen Hügel hinterm Dorf (genau der Hügel, an dem
die Imbißbude steht), finden eine einigermaßen ebene Stelle, aber Christian
läuft noch weiter und findet ein ebenes, von Schafen abgeweidedes Stück
neben einem Bach. Wir bauen dort das Zelt auf. Abends kommen kaum Mücken,
wir legen uns aber recht früh schlafen, da wir unbedingt um viertel vor acht
im Ort sein müssen, um den Postbus nach Broadford zu erwischen.