Dienstag, 25.8.92, 10.Tag
Überfahrt von Uig auf Skye nach Tabert auf Harris in den Äüßeren Hebriden
- 8:30 Aufstehen. Es ist kalt und windig, der Himmel bewölkt. Die
Wiese ist mit Pfützen bedeckt, die Rucksäcke liegen in der Apsis im Wasser.
Der Rest des Campingplatzes ist von Autos zur Schlammstrecke gepflügt
worden.
Claus läuft in den Laden am anderen Ende der Bucht und holt Brötchen und
frische Milch für's Frühstück. Ich gehe duschen, dann bauen wir das Zelt ab
und wollen um 11:30 die Fähre nach Harris nehmen. Doch leider sind die
englischen Fahrpläne anders als man erwartet, die Fähre fuhr um 9:45 und die
nächste geht um 18:20. Wir kaufen schon mal die Tickets für 6.25 Pfund,
bringen die Rucksäcke zum Campingplatz zurück, und laufen den Strand entlang
zum Cap raus. Dort klettern wir diesmal den Steilhang auf das Cap rauf.
Später gehen wir nochmal in die Bar was futtern. Anschließend: rumhängen
bis 18 Uhr auf dem Pier und im Ort, bis die Fähre kommt. Einige
Fischerboote legen an und laden ihren Krabbenfang aus. Die Fähre verspätet
sich um etwa eine Viertelstunde.
- 18:30 Abfahrt der Fähre. Die Fahrzeit
beträgt rund eineinhalb Stunden. Wir verlassen die Insel Skye, fahren
vorbei an kleinen Inselchen und Felsblöcken, die im Meer stehen. Vor der
Insel Harris, unserem Ziel, sind viele kleine Inselchen verstreut.
In Tarbert, dem Fährhafen von Harris, fragen wir im TI nach einem
Campingplatz, aber hier gibt es keinen. Wir bekommen den Tip, einfach auf
einen der Hügel zu laufen und einen Zeltplatz zu suchen. Untereinander
sprechen die Mädchen im TI gälisch.
Wir gehen durch den Ort und kommen an einer Freßbude vorbei. Dort essen
wir eine Pizza und fragen nach einer geeigneten Zeltfläche. Der Inhaber
verweist uns auf den Sportplatz des Ortes. Gesagt, getan, wir ziehen los
und finden den Sportplatz eingezäunt. Das war also nix.
Die Landschaft um Tarbert besteht aus Hügeln, die am Fuß Gras- und
Heidekraut als Bewuchs haben, weiter oben werden sie schroff und felsig, vom
Wind zerklüftet. Komischerweise laufen von den nackten Felskuppen Bäche
'runter. Wo kommt nur das Wasser her? Eine halbe Stunde später wisen
wir's. Hier regnet es pro halbe Stunde mindestens zehn Minuten lang, und
das kräftig. Es lebe das maritime Klima!
Wir steigen auf den Hügel hinter dem Sportplatz, und finden nach einiger
Suche eine abgeweidete, nicht extrem steile und unebene Stelle, die links
und rechts auch noch Abflußmöglichkeiten für Regenwasser bietet. Wir bauen
im Regen das Zelt auf, ich mühe mich damit ab, mit dem Klappspaten die
Hangseite des Zeltes durch einen Wassergraben zu sicher, nicht einfach bei
dem steinigen Boden. Wir legen noch ein paar rumliegende Bretter in die
Apsis, damit die Rucksäcke nicht überschwemmt werden, und gehen gegen 22:30
schlafen.
Die ganze Nacht durch wechseln sich Regenschütte und Windböen ab.