23.September 1994
Sonntag, 16.8.92, 1.Tag
Anfahrt über Luxemburg, Belgien, Holland, Kanalfähre nach Harwich,
Übernachtung bei Stamford
- 3:50 Hier sollte mein Wecker klingeln, tat es aber nicht oder ich habe
ihn ausgekriegt, ohne dabei wach zu werden. Kein Wunder, wer kann vor
großen Urlaubsfahrten schon vor 3:00 Uhr einschlafen, und dann um 4:00 Uhr
wach werden...
- 4:15 Claus ist da und kriegt mich irgendwie wach. Ich dusche, beiße
noch in ein Brot und werfe meinen Kram ins Auto. Auf nach Heiligenwald, zu
Christian. Draußen ist es noch dunkel, aber die Morgendämmerung kündigt
sich unübersehbar an.
- 4:45 Abfahrt in Heiligenwald in Richtung A8, Fahrt über Saarlouis,
Merzig, Luxemburg, Lille (Belgien), Richtung Rotterdam. Die Autobahnen sind
leer, keine Probleme, wir kommen schneller voran als geplant. Wir
durchfahren Luxemburg City, dann über die endlose, eintönige belgische
Autobahn und schließlich über die schnurgerade, endlose, wirklich sehr
eintönige holländische Autobahn.
- 10:45 Wir kommen in Hoek van Holland, dem Fährhafen, von dem wir
abfahren werden, an. Unsere Fähre heißt 'Koningin Beatrice'. Wir fahren
das Auto in den Laderaum und steigen hoch auf die Passagierdecks. Die Fähre
ist recht groß, bietet Restaurant, Café, Kneipen, Duty-Free-Shop,
Spielcasino. Alles wird in Gulden bezahlt, Pfund muß man zu einem
Wucherkurs umtauschen.
- 12:00 Die Fähre legt ab. Claus und Christian sitzen eine ziemliche
Weile bei zunehmender Kälte und leichtem Regen auf dem Deck 'rum, während
ich nach einem Erkundungsrundgang versuche, in einem der 'Ruhesäle' etwas zu
schlafen. Leider sind die Sitze zu klein, die Lehnen im falschen Winkel und
zuviele Kinder im Raum. Was soll's, die Fähre ist halt nicht für
1.90m-Leute gebaut. Leider ist auch der Seegang nicht stark genug, daß die
Überfahrt auch nur einen Hauch von Abenteuer hätte.
Sechs Stunden und viele Kinderschreie später kommt Harwich in Sicht, unser
Zielhafen. Das Wetter ist grau, aber es regnet nicht. Harwich liegt an der
englischen Ostküste, ein Stück nördlich von London.
- 19:00 Ankunft in Harwich/England. Wir stellen die Uhren um eine Stunde
zurück, denn England liegt eine Zeitzone vor uns.
Dann fahren wir los, nachdem wir am Zoll versehentlich an einer
Autoschlange vorbei an den Schalter zum Verzollen von Waren fuhren und dort
dann ohne Wartezeit durchkamen. Die Taktik merken wir uns für die
Zukunft.
Wir fahren gen Norden, und so gegen 22:00 wird es Zeit, einen Zeltplatz zu
suchen, da wir nicht die Nacht durchfahren wollen. Wir verlassen die
Schnellstraße und fahren ein wenig um das Städtchen Stamford und die dortige
Freizeitanlage 'Ruthland Water' herum. Die gesamte Landschaft ist
parzellenweise eingezäunt und stark landwirtschaftlich genutzt. Nach langer
Suche parken wir auf einen abgemähten Feld hinter einer Hecke und zelten an
selbiger Stelle. Es ist die erste Nacht im Zelt, es regnet nicht, kein
Sturm, auf dem weichen Acker liegt man sogar recht bequem.
Lothar Fritsch, fritsch@phil.uni-sb.de