Freitag, 11.9.92, 27.Tag
Mit dem Antrim Coast Bus nach Belfast und Rückkehr nach Schottland
- 8:00 Aufstehen, duschen, Frühstück. Diesmal gibt es die allerletzte
Portion Müsli sowie Brot und Marmelade. Anschließend bauen wir das Zelt ab,
verpacken unsere Ausrüstung und machen uns marschfertig.
- 9:50 Wir laufen zur Bushaltestelle am Bay Hotel von Portballintrae, um
den Ulsterbus 252 zu nehmen, der an der Küste der Grafschaft Antrim entlang
nach Belfast fährt.
- 10:35 Fast eine halbe Stunde kommt der Bus zu spät und erlöst uns von
Regen und Sturm. Die 'Antrim Coast Road' kann sich sehen lassen - fast
immer direkt am Meer vorbei, über Klippen, am Strand entlang, durch kleine
Hafenstädte. Es gibt Ruinen und Schlösser zu sehen, einsame Küstenstreifen
und natürlich Felsen. Allein das Wetter tut, was es immer tut: es regnet und
stürmt.
- 13:40 Ankunft in Belfast. Auch hier regnet es.
Wir gehen zunächst in ein Fish-and-Chips - Restaurant und essen zu Mittag.
Dort treffen wir zwei Berliner, die per Auto unterwegs sind.
Die verbleibenden zwei Stunden bis zur Abfahrt wollten wir eigentlich damit
verbringen, das Technological College zu besichtigen, aber wir kommen an
einem Reisebüro vorbei und beschließen, bei der Gelegenheit die Fähre über
den Ärmelkanal für die Heimreise zu buchen. Und siehe da, die Leute sind
sogar venetzt und können Buchungen abfragen. So erfahren wir, daß die
billige Fähre nach Holland auf Tage ausgebucht ist und suchen uns die Route
Dover-Calais aus. Wir reservieren für Samstag, 15:05 auf Seacat. Dieser
Spaß kostet 140 Pfund.
Das Buchen hat trotz Computer enorme Zeit gekostet, wir streichen die
Besichtigung und gehen gleich zum Fährterminal. Dort kaufen wir Tickets und
setzen uns für eine halbe Stunde in den Wartesaal. Ich befrage das Personal
an den Röntgengeräten, ob es sich um Röntgenspektroskopie oder einfaches
Durchleuchten handelt (weil die Maschinen zwei Monitore, einen monochromen
und einen farbigen, haben), sie meinen aber grinsend, das könnten sie mir
nicht sagen.
- 16:40 Abfahrt der Seacat nach Stranraer. Es
werden die gleichen Sicherheitsvorkehrungen wie auf der Hinfahrt getroffen.
Die Überfahrt ist ruhiger als die Hinfahrt. Gegen 18:00 fährt das Schiff in
die Bucht von Stranraer ein, wir sind wieder in Schottland. Prompt fängt es
an zu regnen, und der Regenbogen wirkt fast schon höhnisch.
- 18:20 Die Fähre hat angelegt. Wir gehen von Bord, nehmen unser Gepäck
in Empfang, und gehen zum Auto. Es ist noch da. Wir räumen ein, und düsen
los in Richtung Dumfries/Carlisle. Morgen um 14:30 müssen wir am Südende
Englands in Dover sein. Die Straße ist gut ausgebaut, eine gerade
Schnellstraße, ab und zu ein kleines Kaff.
- 20:30 Jetzt biegen wir in eine Ortschaft ab und wollen
tanken, da der Sprit reichlich knapp wird. Nachdem das Bargeld etwas
knapp ist, wollen wir per Euroscheck zahlen und fragen nach, ob diese
akzeptiert werden. Die Gesichter der Leute waren nicht schlecht, sie sahen
soeben zum ersten Mal in ihrem Leben einen Euroscheck. Sie wollten ihn auch
nicht akzeptieren (aber von etwa sieben Kreditkartengesellschaften hängen
die Karten in der Tür!), so versuchen wir es einen halben Kilometer weiter
bei BP. Die Kassiererin wußte zwar, was Euroschecks sind, aber ihr Chef
wollte sie nicht akzeptieren. So tanken wir für fünf Pfund und fahren
weiter. Einige Kilometer weiter treffen wir auf eine Esso-Tankstelle, die
Euroschecks nimmt. Bei der Gelegenheit finden wir noch vier Sorten Chips,
die es zu probieren gilt, aber keine davon unterbietet 'Worchester Sauce
Flavor'.
- 21:00 Wir fahren weg von der Schnellstraße durch einen größeren
Ort auf einen Campingplatz. Der Platz ist schon geschlossen, die Toiletten
verriegelt. Aber man kann die Wiese noch benutzen. Ein Zelt steht noch da,
es ist ein Student aus Halle, der per Fahrrad unterwegs ist. Wir bauen das
Zelt auf und futtern die restlichen Fressalien (Reis, Reis, Reis und Suppe).
Gegen 22:30 fängt es an zu regnen, dann plötzlich hagelt es kräftig.
Willkommen zurück in Schottland.