Samstag, 5.9.92, 21.Tag
Bummeln in Galway, Fahrt nach Doolin
- 9:30 Wir stehen auf und kochen Kaffee und Milch für Müsli. Wir
unterhalten uns mit den Mädchen aus Thüringen. Gegen 10:30 gehen die Mädels
los und wollen per Zug ein wenig ins Land fahren, keltische Grabstätten
besichtigen. Wir packen langsam zusammen und marschieren gegen 12:30 los in
Richtung Galway City. Wir wollen den 18:05-Bus nach Doolin nehmen, dem Ort,
wo die acht Kilometer langen Cliffs of Moher, bis zu hundert Meter hohe
Klippen, beginnen.
Die verbleibende Zeit verbringen wir im Stadtzentrum, sitzen im Stadtpark,
lesen Zeitung, kaufen ein paar Fressalien. Gegen 18:00 betreten wir den
Bus, die knapp fünfzig Kilometer lange Fahrt kostet inklusive Ermäßigung
4.20 Pfund. Nach einer Weile fährt der Bus durch den Burren, eine
Karstlandschaft, die durch Menschenhand und Erosion entstanden ist. Die
Landschaft liegt voller Kalkfelsbrocken, und es ragen große, kahle und
zerklüftete Kalkhügel aus der Landschaft empor. Wären nicht ab und zu ein
paar Bäume dazwischen, käme man sich vor wie auf dem Mond.
Hinten im Bus sitzt eine Gruppe von fünf jungen Frauen und singt munter vor
sich hin irgendwelche Lieder. Sie wollen einfach nur per Bus bis Doolin und
wieder zurück. Bei einer ziemlich starken Steigung und Serpentinen bekommt
der Bus Probleme und schafft den Berg nicht. Der Fahrer schüttet einen
Kanister Öl nach, fährt dann zur nächsten Tankstelle und füllt noch zwei
Kanister Öl ein.
- 20:30 Ankunft in Doolin am Doolin Hostel.
Doolin ist ein Dorf, welches auf einigen grünen Hügeln in Küstennähe
verteilt ist (und macht eigentlich nicht den Eindruck, als wäre es ein
rauschenes Folk-Zentrum, wie der Velbinger behauptet). Der Fahrer
verkündet, daß er nicht mehr zurück nach Galway fährt, sehr zur Freude der
Sängerinnen. Sie quartieren sich im Hostel ein, ich erfrage ein paar
Informationen, dann laufen wir den Kilometer bis zum Campingplatz.
Der Campingplatz liegt hinter einem Hügel, fast direkt am Meer und neben
dem kleinen Pier, von dem die Boote raus zu den Aran-Inseln fahren. Der
Platz ist von einer Steinmauer umgeben, hat Duschen, WC und sogar eine
Küche, die man benutzen kann. Es ist recht windig, wir müssen alle drei
beim Zeltaufbau anpacken. Dann kochen wir noch in der Apsis Suppe und Reis.
Gegen 22:30 legen wir uns schlafen.