In Korsika läuft allerlei Nutzvieh frei im Wald rum: sowohl
Rinder als auch Hausschweine, Pferde, Esel und
Hühner werden hier nicht
eingesperrt. An die Begegnung mit ihnen gewöhnt man sich recht
schnell, sie ist absolut alltäglich. Insbesondere von den
Hausschweinen geht allerdings ein kleines Problem aus: die Biester
haben einen phantastischen Geruchssinn, jede Art von Futter finden
sie meilenweit, durch Zelte, Rucksäcke und sogar Verpackungen
hindurch. Berichten zufolge haben Schweine schon Rucksäcke zerlegt,
um an eine Dose (!) Isostar zu kommen. Der sicherste Ort für
Rucksäcke mit Futter sind Bäume, denn klettern ist so ziemlich das
einzige, was sie nicht können. Wer seinen Rucksack mit Schweinefutter
unbeaufsichtigt im Zelt liegen läßt, ist selber schuld, wenn die Tour
vorzeitig endet. Allerdings ist man auf den Campingplätzen vor
solcherlei Getier sicher; diese Probleme hat man nur in den Bergen,
und auch dort nicht überall.
Man muß aber auch eine Lanze für die Schweine brechen: sie sind zwar
neugierig und gefräßig, aber ansonsten vollkommen harmlos und lassen
sich leicht auf Distanz halten. Wer sie allerdings füttert, ist selber
schuld, wenn er sie nicht mehr los wird.
Wildschweine gibt es, aber sie
sind kleiner als auf dem Kontinent und äußerst scheu.
Korsikas Vogelwelt ist nicht gerade atemberaubend; wer Vögel beobachten
will, geht besser nach
Schottland, denn hier gibt es vor allem eine
kleine Vogelart, die finkenartige Geräusche macht, und natürlich Hühner
und Tauben. Amseln gibt es nicht mehr allzuviele, sie wurden in
der Vergangenheit fast alle zu
pâté (Pastete) verarbeitet.
Auch Insekten gibt es relativ wenige. Stechinsekten sind besonders
selten; wir wurden nur selten gestochen, ganz anders als auf meinem
letzen Urlaub in Schottland.
Hier stechen nicht mal die Wespen, die
es vor allem an der Küste reichlich gibt und die einen beim Essen
ziemlich nerven können, weil sie alles Süße zielsicher attackieren.
Am besten stellt man irgendwo eine Schale mit Limo oder Zuckerwasser
hin, dann hat man einigermaßen seine Ruhe.
Oben in den Bergen gibt es vor allem drei Sorten Tiere. Eine davon
ist eine bis zu 15cm große Eidechsenart, die es überall dort gibt, wo
die Sonne viel auf kahles Gestein bratzt. Sie dezimieren in diesen
Gegenden die beiden anderen Sorten Tiere so weit, daß man ihnen fast
schon dankbar dafür ist. Richtig, die anderen beiden Sorten sind
klein und fliegen: eine Art kleine Stubenfliege, die sich besonders
dadurch auszeichnet, daß sie Ohrenschmalz mag (und das nervt
vielleicht!) und diese gelb-schwarz gestreiften Wespenimitationen,
die sich bewegen wie Hubschrauber und dabei ziemlich viel Krach
machen. Alle beiden weigern sich entschieden, auf
chemische Keulen wie
Autan oder auch stärkere Mittel zu reagieren; man kann das Zeug
gleich zuhause lassen, es nützt nix.