In Gaststätten werden fast immer Menüs serviert; sie sind teurer als ein Gaststättenessen in Deutschland, dafür aber auch reichhaltiger. Manchmal ist auch der Wein inbegriffen, aber die Bedienung ist es nie; ein Trinkgeld von etwa 10% wird erwartet. Insbesondere an der Küste gibt es jede Menge Meeresgetier zu essen, aber auch italienische Gerichte wie Pizza und Pasta gibt es fast überall.
Wer billig leben will, kann sich an der Küste in Supermärkten mit allem nötigen eindecken und selber kochen. Wer dabei etwas die einheimische Küche imitieren will, dem seien hier ein paar Speisen ans Herz gelegt.
Wer (meiner Meinung nach) etwas sadistisch veranlagt ist, mag Pâté de Merle probieren. Es handelt sich um eine Amselpastete, die mit Myrthe gewürzt wird. Die Produktion ist mittlerweile verboten, aber die Restbestände dürfen noch verkauft werden, und sicherlich wird das Zeugs auch noch produziert.
Gigot d'Agneau: Lammkeule oder auch Lammkotelett oder Lammbraten.
Cabri: Zicklein, schmeckt leicht etwas langweilig, als Ragout besser.
Sanglier: Wildschwein steht im Herbst, nach Beginn der Jagdsaison auf den Speisekarten, als Braten oder Ragout, ja sogar als "Terrine de Sanglier" (Wildschweinsuppe). Marcassin ist Frischling.
Lapin: Kaninchen, gibt's häufig im Inland.
Stufatu: ein Fleischgericht aus Rind und Lammfleisch mit Nudeln und Käse, selten.
Tripes: Kutteln, nicht jedermanns Geschmack, gelten aber als Delikatesse.
Auf Korsika gibt es eine Fliege, die ihre Eier in einige Käsesorten ablegt. Irgendwann ist der Käse dann voller dünner Maden, die beim Reinbeißen sprungartig das Weite suchen. Das ist nun wirklich nicht jedermanns Geschmack, aber die Korsen essen solchen Käse immer noch sehr gerne, denn die Exkremente der Maden verleihen dem Käse einen besonderen Geschmack (nicht, daß wir das ausprobiert hätten). Sowas kriegt man aber sicher nicht in Supermärkten, keine Angst.
Als Spezialität gilt der Brocciu, ein quarkähnlicher Frischkäse, würzig und cremig. Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich verpackten Brousse, der aus Trockenmilch hergestellt wird. Den richtigen Brocciu gibts nur von Oktober bis Juni.
Brot gibt es fast nur als Weißbrot in den bei den Franzosen üblichen
Formen, also als Doppellaib (außen hart, innen nichts, nicht sehr zu
empfehlen), als Baguette (dünnes Stangenbrot, gut für unterwegs), als
Flûtes (dicker als Baguette, auch Restaurant genannt, unserer Ansicht
nach die praktischste Form) und als Panier (eine Art Flûtes mit
spitzen Enden). Vollkornbrot kriegt man in den Supermärkten. Wer es
sich leisten will, ißt zum Frühstück croissants (Hörnchen) oder pains
au chocolat (eine Art schokoladengefülltes Kaffeestückchen).
Weiteres findet sich sicher auch in Deinem Reiseführer, wenn Du mal nach Korsika kommst.
Unser Lieblingswein ist der Muscat, ein Weißwein mit fast likörartigem Geschmack und 15% Alkohol. Sehr süffig und sehr eigen, und insbesondere recht billig.
Das billigste Getränk in Gaststätten in entlegenen Gegenden ist nicht selten (neben Wasser) eines der Nationalgetränke der Franzosen: Pastis, ein etwa 45-prozentiger Anisschnaps, den man mit Wasser verdünnt auf Eis trinkt.
Bier ist so eine Sache. Fast überall bekommt man Kronenbourg, und das schmeckt, gemessen an dem, was Deutsche so gewöhnt sind, greulich.
Wer in den Bergen rumlatscht, wird fast überall Quellwasser finden. Wir haben aus allem getrunken, was nicht moderig war, und es hat uns nicht geschadet. Allerdings berichtet Torben Kloss <klost000@goofy.zdv.Uni-Mainz.de>, daß im Süden der Insel mittlerweile viele Quellen gefaßt und mit Schläuchen umgeleitet seien, deren Auslässe ideale Bakterienbrutstätten darstellen. Hier ist also Vorsicht und möglicherweise die chemische Keule (z.B. Micropur) angesagt.