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Anreisemöglichkeiten

Dieses Kapitel ist Deutsch, in jeder Beziehung. Soll meinen: ich weiß nur etwas über Anreisemöglichkeiten aus Deutschland, und schreibe deshalb auch nur über diese. Ein gutes Reisebüro kann sicher jedem weiterhelfen.


Flugzeug

Klarer Fall, das ist die schnellste Methode. Und wer sich Last-Minute-Angebote besorgt, wird schnell feststellen, daß sie auch preislich konkurrenzfähig sein kann! Man spart sich schließlich die Fähre, Autobahngebühren, Spritkosten, Bahntickets, ...

Nachteil: festes Zeitraster. Man muß im Voraus wissen, wann man mit der Insel "fertig ist". Für uns schied deshalb ein Flug aus.

Wer in der Nähe von oder in Frankreich wohnt, sollte eventuell einen relativ preiswerten Inlandsflug (Korsika ist Frankreich) in Erwägung ziehen.


Auto / Motorrad

Je nachdem, was man vorhat, ist das eine sinnvolle Methode. Denn die Insel erschließt sich einem nur ganz, wenn man motorisiert ist. Allerdings kann es billiger sein, zu fliegen und sich für ein paar Tage einen Untersatz zu leihen, denn die Fährpreise in in der Saison recht abenteuerlich; bis zu 225 DM sind möglich, je nach Tag. Außerdem schont man den eigenen Wagen, der für das korsische Landesinnere wohl nicht gebaut ist...

Wir haben keine Motorräder und keine Klasse 1-Führerscheine, und das Auto irgendwo stehenlassen (z.B. in Südfrankreich oder Italien, um die Fährkosten zu sparen), ist so eine Sache. Außerdem wollten wir auf Korsika kein Auto haben, das ist beim Wandern nur im Weg.


Per Bahn

Nicht ganz billig. Die Hin- und Rückfahrt über Frankreich kostet ab Saarbrücken etwa 180 DM (Marseille) oder 214 DM (Nizza) (das nennt sich Billet de Séjour), plus die Fahrt nach Saarbrücken. Über Italien anzureisen ist nur für Bayern und vielleicht noch Hessen und Baden-Württemberger lohnend. Generell gilt: beim Vergleichen Bahn- und Fährkosten zusammenzählen! Zwar ist die Fähre von Italien nach Korsika billiger als von Marseille aus, aber schließlich muß man dort auch erst einmal hin.

Es gibt noch eine reizvolle Alternative für junge Leute (bis 24), die es irgendwie schaffen, billig nach Frankreich zu kommen: ein Euro-Domino-Ticket. Es ermöglicht innerhalb einer Zeitspanne eine gewisse Anzahl von frei wählbaren Bahntagen in einem Land. Für Frankreich gibt es beispielsweise ein Dreitagesticket (Bahnfahren an drei Tagen innerhalb von vier Wochen) für 211 DM, und ein Kurzbesuch in Paris ist auch noch gleich mit drin.

Genereller Hinweis: die Leute am Schalter der Bahn werden es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, den billigsten Tarif für Euch rauszusuchen, das müßt Ihr schon selbst machen. Uns wollte eine Beratungstussi doch wirklich über Griechenland schicken... Mag sein, daß es irgendwo auch qualifiziertes Personal gibt, aber auch das kann sich leicht im Tarifgestrüpp der ganzen Landesbahnen verstricken.


Der Fähren-Nepp

Wer mit der Fähre in der Saison nach Korsika einreist bzw. von Korsika abfährt, löhnt für diesen Genuß zusätzliche 30 FF. Weiß der Geier, was das soll und wer die kriegt. Es nennt sich, glaube ich, Korsika-Steuer und wird möglicherweise auch auf andere Einreiseformen erhoben.

Eine andere gute Nummer (zumindest der SNCM): Wenn die billigen Plätze weg sind, muß man tiefer in die Tasche greifen. Man kriegt keinen besseren Platz für das gleiche Geld. Es empfiehlt sich also, Fährtickets so früh wie möglich zu kaufen.


Unsere Anreise

Wir haben uns Billets de Séjour besorgt, das sind ermäßigte Tickets für die französische
SNCF, die es ab einer Entfernung von 1000km innerhalb Frankreichs (bei mindestens 5 Tagen zwischen An- und Abreise können Hin- und Rückfahrt zusammengezählt werden) gibt und die 25% Nachlaß auf den normalen Tarif bringen. Sie gelten maximal zwei Monate.

Wären wir über Italien angereist, hätten wir zwar die billigen italienischen Züge nutzen können, allerdings ist die Fahrt bis nach Italien schon so teuer wie die ganze Fahrt durch Frankreich; die Bundesbahn und die Alpenländer machen es möglich.

Auf der Hinfahrt nahmen wir eine Fähre von Marseille aus; sie lag terminlich einigermaßen gut. Allerdings ist die Fähre ab Nizza (besonders für junge Leute) deutlich billiger, was den höheren Bahnfahrpreis nach Nizza wett macht.

Wir haben dabei allerdings eine kleine Dummheit gemacht: wir hatten wegen der Hinfahrt nur Tickets bis Marseille und traten dennoch die Rückfahrt über Nizza an (weil sonst keine Fähre günstig lag). Die Bahnfahrt von Nizza nach Marseille kostete etwa 42 DM, also wären wir günstiger gefahren, gleich Tickets bis Nizza zu nehmen.

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