Phantastische Landschaft, soweit das Auge reicht, und Thomas :-)
Wenigstens gibt es heute genug Wasser - und Thomas' Tasse
Die Etappe ist zwar kurz, geht aber über Berg und Tal und Stock und Stein und ist stellenweise fast alpin. Mitunter ist es nützlich, schwindelfrei zu sein (ich bin's weitgehend). Die Wegführung hat sich gegenüber Velbinger und Karte etwas geändert, aber wir erreichen Col de Bavella, einen kleinen Ort an einer Paßstraße, leicht bis 17.20. Ein Blick in das dortige Geschäft zeigt "Boissons frais" (kühle Getränke): sofort wird zugeschlagen; wir kaufen Lebensmittel für drei Tage.
Es gibt im Ort keinen Campingplatz und die Übernachtung in der Auberge kostet für Rucksackler den Extrasonderpreis von nur 160 FF, aber ein Kneipier hat nichts dagegen, wenn wir hinter seinem Etablissement (neben der Güllegrube) zelten, jedenfalls sagt uns das eine junge Frau aus der Küche, die sogar Deutsch spricht. Nachdem wir dort unser Zelt aufgeschlagen haben und beim Essen sind, klärt uns eine andere Frau auf, daß es sich hier um einen Nationalpark handelt, die Grundstücke mitnichten Privateigentum sind und somit das allgemeine Campingverbot auf Korsika Gültigkeit hat. Selbst die Häuser der Ortsbewohner werden bloß geduldet. Sie verweist uns aber sehr freundlich auf den Platz um die alte Kapelle, wo Campieren toleriert wird. Uns ist es eigentlich recht, denn die Güllegrube ist ein unangenehmer Nachbar.
Wir ziehen also um zur Kapelle, bauen auf und legen uns hin, nachdem wir vorher noch einem Italiener unseren Korkenzieher (an Thomas' Schweizer Taschenmesser) geliehen haben und dafür einen Schluck Wein eingeheimst haben. Eine Kuh bimmelt uns aus nächster Nähe in den Schlaf. Ich stopfe mir was in die Ohren; andere haben da scheinbar größere Probleme damit. Selbst durch die Stopfen höre ich, wie andere Jagd auf die Kuh machen.