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3. Tag

Zuerst die Routine: aufstehen, duschen, rasieren, Zelt abbauen und alles verstauen. Das Frühstück besteht aus Müsli-Riegeln. Wir tappen nach Favone, wo Thomas einen Laden findet und mit stolzgeschwellter Brust mit Baguette (für Nicht-Franzosen: ein dünnes, stabförmiges Weißbrot) und ein paar Würstchen zurückkommt. Zu den Würstchen gibt es nur zu sagen, daß sie vermutlich immer noch in der Mülltonne am Strand liegen.

Um 09.10 machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Conca, Richtung Landesinneres. Wir schaffen den etwa 9 km langen Weg in 1h 40 min (im Velbinger steht 3-4h in Gegenrichtung). Wir sind jetzt auf 250 m und halten Siesta vor dem Garagenladen, in dem wir 9 (in Worten: neun) Liter Flüssigkeit eingekauft und gleich 6 (in Worten: sechs) Liter davon abgepumpt haben. Das ist auch dringend nötig, denn wir sind wirklich durch eine Gluthölle gegangen: so gut wie kein Schatten, und die Sonne ist wirklich unbarmherzig. Markus fällt dazu sofort die Reklame für ein Getränk ein...

Uns kamen auf dem Weg eine Menge fröhlicher Rucksackler entgegen - die haben's hinter sich.

Während wir da so liegen oder sitzen, kommt eine kleine, schwarze Katze vorbei. Sie ist sehr zutraulich, reibt sich an meinem Bein und läßt sich auch streicheln. Thomas hält ihr zunächst einen seiner Schuhe unter die Nase, was sie dadurch quittiert, daß sie sich angewiedert abdreht, aber als er ihr einen meiner Schuhe hinhält, ergreift sie die Flucht. Ich kann's gut verstehen.

Gegen 14.00 brechen wir auf und nehmen die erste Etappe des GR 20 in Angriff. Die Angabe im Velbinger (4-5h in Gegenrichtung) hat uns dazu ermutigt; wenn diese Zeitangabe so bemessen ist wie die für den Weg zwischen Conca und Favone, sollten wir das locker schaffen.

Nach wenigen hundert Metern finden wir einen Brunnen, der reichlich das liefert, was wir (für bares Geld und nicht billig) eingekauft haben und jetzt bereits 100Hm nach oben geschafft haben: Trinkwasser. Wir befeuchten unsere Käppis, und unterdessen kommt uns ein Franzose entgegen, der uns erzählt, er sei etwa sieben Stunden von Col de Bavella aus unterwegs gewesen, und die Paliri-Hütte (unser Etappenziel) habe er vor etwa fünf Stunden verlassen. Der Kerl sieht recht fit aus, und zum ersten Mal kommt uns der Gedanke, daß wir den Weg bis Paliri heute vielleicht nicht mehr schaffen; wir gehen trotzdem weiter, denn Zeit haben wir bei der Anreise schon genug vertrödelt.

tja... ist nicht meine Schuld... Endlich ein schattiges Plätzchen!

Der Weg ist hart: wenig Schatten, fast nur bergauf. Gegen 16.30 erreichen wir eine Kaskade von kleinen Badegumpen, und mich kann nichts, aber auch gar nichts davon abhalten, eine Runde in einer davon zu schwimmen. Nach einer Viertelstunde FKK-Bad in recht kaltem Wasser fühle ich mich erfrischt; Markus läßt sich nicht davon abhalten, diesen erhabenen Moment des erfrischt aus der Gumpe Steigens auf Zelluloid zu bannen [Bild zensiert :-)].

sorry, nix plitsch platsch Die jugendfreie Aufnahme...

Gegen 17.00 gehen wir weiter. Wir kommen allerdings nicht weit: wie auf Kommando fangen bei mir beide Knie an, Amok zu laufen; die sie haltenden Muskeln krampfen, und auch Massieren mit Spolera schafft nur vorübergehende Abhilfe. Nach einigem hin und her gehen wir (bzw. schleppe ich mich) zu den Gumpen zurück. Davor befindet sich nämlich eine ebene Sandfläche, die sich vorzüglich zum Campieren eignet (was auch eine Reihe von Schildern mit Inhalten wie "Camping Bivouac Feux Interdits" etc. nicht ändern kann). Schon beim Baden hatte ich allerdings festgestellt, daß das Wasser etwas moderig schmeckt; nach etwas Erholung steige ich (natürlich ohne Gepäck) entlang der Gumpen den kleinen Wasserfall (insgesamt vielleicht 50 Hm) hoch und stelle fest, warum dem so ist: bevor das Wasser seinen Weg über den Wasserfall und die Gumpen nimmt, läuft es mit wenig Gefälle (und deshalb langsam) durch einige Wasserlöcher, die unverkennbar (was Nase und Augen im Einklang feststellen) Wildschweinen zum Suhlen dienen!

Dennoch, abgekocht ist das Wasser in Ordnung und schmeckt auch recht gut. Thomas und Markus nehmen auch noch ein Bad, und diesmal bin ich derjenige, der fotografiert. Rache muß sein. Wir verdrücken eine Ladung Reis (Schwimmen macht hungrig), und ich koche noch etwa 3 Liter Wasser für den nächsten Tag ab. Das Zelt ist schnell aufgebaut, meine Hüftkuhle (die in der letzten Nacht definitiv gefehlt hat) ist schnell gewühlt, und müde von den ungewohnten Strapazen des heutigen Tages schlafen wir schnell ein.

Keine Grafik? Tststs... Die verbotenen Plätze sind die besten...

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