Selbst die übelsten Fährnisse können uns nicht davon abhalten, gegen 11.00 am Strand anzulangen, wo wir, ausgestattet mit kühlen Getränken, die nächsten drei Stunden zubringen.
Um 15.00 schlägt dann die Stunde des Abschieds. Markus trennt sich von uns und bleibt in Calvi, von wo aus er heute abend mit der Fähre nach Nizza (Nice) fahren wird, um von dort aus per Zug über Marseille zurück nach Saarbrücken zu kommen. Thomas und ich (und das meine ich ab jetzt mit "wir") fahren mit einem von einem Reisebüro organisierten kleinen Bus für 35 FF nach Galéria; wir sind die einzigen Fahrgäste, und der Fahrer ist nicht angeschnallt. Außerdem fährt der Bus mit 15 Minuten Verspätung, was aber zu unserem Vorteil war, denn sonst hätten wir ihn nicht gekriegt.
Nach einer halben Stunde sind wir am Ziel unserer Träume. Galéria ist
ein verschlafenes Nest mit etwa 300 Einwohnern, an der Westküste
zwischen den Klippen gelegen. Auf Tourismus sind die Leute allerdings
eingerichtet: es gibt Hotels, einen Campingplatz, eine Post (die auch
Bank spielt), zwei Epicerien, diverse andere Läden und sogar - einen
Supermarkt, der jeden Tag (auch sonntags) von 08.00 bis 20.00
geöffnet ist!
Im Gegensatz zum Strand von Calvi ist es hier nicht so heiß, und das Wasser ist doch tatsächlich noch erfrischend! Man kann zwar nicht behaupten, daß wir hier am Strand die Einzigen wären, aber von Betrieb kann man nicht reden.
Wir lassen uns auf dem örtlichen "Camping Idéal" nieder, der zwar nicht so ideal ist wie sein Name, aber zumindest die Stellflächen für Zelte sind schattig und gut. Was sich dadurch etwas ändert, daß sich ein Pärchen aus Rottweil/Deutschland neben uns einquartiert und sich den ganzen Abend lang einen Spaß daraus macht, spätestens alle paar Minuten die Welt von ihrem Glück wissen zu lassen in Form von Kreischen, Lachen und ähnlichen Lautäußerungen (muß ich deutlicher werden?). Um 01.00 wird meine Frage, ob das Ganze auch etwas leiser vonstatten gehen könnte, positiv beantwortet, gerade noch rechtzeitig, bevor ich zu frustriert werde...
Aber das Beste kommt noch. In dieser Nacht lernen wir, wo das ganze Wasser herkommt, daß wir bisher auf Korsika getrunken haben: richtig, es regnet. Und zwar gleich ordentlich, mit Blitz und Donner. Unser Zelt besteht die Regentaufe gut, aber natürlich finden wir in der Nacht wenig Schlaf. Thomas korrigiert mich gerade, er hat gut geschlafen, aber der ist auch ein Meisterschläfer, und deshalb zählt's nicht.